Deutsche Unternehmen · Niederlassung in Tunesien

Tochtergesellschaft in Tunesien gründen aus Deutschland: der praktische Leitfaden.

Mehrere hundert deutsche Unternehmen produzieren und entwickeln bereits in Tunesien, vor allem in der Automobilzulieferung (Kabelbäume, Elektronik), im Maschinenbau, in der Luftfahrt, im Textilbereich und in IT-Dienstleistungen. Knapp drei Flugstunden von Frankfurt oder München, nahezu gleiche Zeitzone, ein Doppelbesteuerungsabkommen und wettbewerbsfähige Lohnkosten. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was ein Geschäftsführer oder CFO vor der Gründung und Führung einer tunesischen Tochtergesellschaft wissen sollte, und was MGI BFC übernimmt.

Warum Tunesien für ein deutsches Unternehmen

  • Nähe: rund 2 h 45 Flug ab Frankfurt, München oder Düsseldorf; Zeitunterschied null bis eine Stunde je nach Jahreszeit; Teams in Echtzeit erreichbar
  • Sprachen: Französisch als Geschäftssprache, Englisch in Industrie und Dienstleistungen verbreitet, deutschsprachige Fachkräfte in bestimmten Profilen; Reporting in der Sprache der Konzernmutter
  • Branchen mit starker deutscher Präsenz: Automobilzulieferung und Kabelbäume, Elektronik, Maschinenbau, Luftfahrt, Textil, Medizintechnik, IT und Shared Services
  • Wettbewerbsfähige Arbeitgeberkosten (Arbeitgeberabgaben rund 20 % des Bruttolohns), Förderregime für Exportunternehmen (vollständig exportierende Gesellschaften) und Regionalentwicklungszonen, Zugang zu afrikanischen Märkten, Handelsabkommen mit der EU
  • Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Tunesien, das Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren und Unternehmensgewinne regelt

Tochtergesellschaft gründen und führen: die Schritte

1. Struktur wählen

Tochtergesellschaft (SARL oder SA), Zweigniederlassung oder Verbindungsbüro; allgemeines Regime, vollständig exportierende Gesellschaft oder Ansiedlung in einer Regionalentwicklungszone je nach Tätigkeit und Märkten. Die Wahl bestimmt Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Zoll und Devisenrecht.

2. Investition finanzieren und dokumentieren

Kapitaleinlage und Gesellschafterdarlehen über eine tunesische Bank, mit der devisenrechtlichen Dokumentation, die die spätere Rückführung von Dividenden und Veräußerungserlösen sichert; Anmeldung der Investition bei den zuständigen Stellen je nach Sektor.

3. Eintragen

Satzung, nationales Unternehmensregister, Steuernummer, Anmeldung bei der Sozialversicherung CNSS, Kontoeröffnung; die Formalitäten kann ein Bevollmächtigter mit beglaubigter oder apostillierter Vollmacht erledigen, ohne Reise der Geschäftsführung.

4. Einstellen und entlohnen

Arbeitsverträge gemäß anwendbarem Tarifvertrag, Anmeldung der Mitarbeiter, Lohnabrechnung und Abgaben (CNSS, Lohnsteuereinbehalt), Status entsandter oder expatriierter deutscher Mitarbeiter (Sozialversicherungsabkommen Deutschland-Tunesien, Arbeitserlaubnisse).

5. Buchhaltung, Erklärungen, Reporting

Buchführung nach tunesischen Standards, monatliche Erklärungen, Vorauszahlungen, Jahreserklärung, Jahresabschluss; Reporting im Konzernformat (HGB-Kontenrahmen, Konsolidierungspaket, IFRS) und Abschlusskalender abgestimmt mit der Zentrale.

6. Flüsse mit Deutschland absichern

Konzernumlagen, Lizenzgebühren, Darlehen, Weiterbelastungen: Verrechnungspreise, durch das DBA reduzierte Quellensteuern, Umsatzsteuer auf Dienstleistungen, Devisenrecht; Dokumentation vor der ersten Betriebsprüfung bereit.

Steuern und Zahlungsströme zwischen Deutschland und Tunesien

Das Doppelbesteuerungsabkommen

Das DBA Deutschland-Tunesien verteilt das Besteuerungsrecht zwischen beiden Staaten, begrenzt die Quellensteuern auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren und regelt die Vermeidung der Doppelbesteuerung. Seine Anwendung setzt Ansässigkeitsbescheinigungen und eine ordnungsgemäße Dokumentation voraus; wir bereiten sie vor.

Dividenden und Rückführung

Die Ausschüttung an die deutsche Muttergesellschaft unterliegt in Tunesien einer Quellensteuer, die im Rahmen des DBA reduziert wird, und anschließend dem Devisentransfer, der die Dokumentation der ursprünglichen Investition voraussetzt. Dieses Dossier ab Gründung aufzubauen vermeidet Blockaden.

Verrechnungspreise und Konzernumlagen

Konzerninterne Transaktionen müssen dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen; jährliche Erklärung und Dokumentation oberhalb der tunesischen Schwellen. Nicht dokumentierte Management Fees sind die erste Hinzurechnung bei einer Prüfung: Vertrag, Nachweise, Umlageschlüssel.

Entsandte und expatriierte Mitarbeiter

Sozialversicherungsabkommen bei Entsendungen, steuerliche Ansässigkeit und Besteuerung der Vergütung, Arbeitserlaubnisse: vor der Abreise zu klären, nicht danach.

Was MGI BFC für deutsche Unternehmen übernimmt

  • Strukturierung und Gründung der Tochtergesellschaft, Abstimmung mit Ihrem Steuerberater und Ihren Anwälten in Deutschland, devisenrechtliche Dokumentation ab der ersten Überweisung
  • Buchhaltung und Lohnabrechnung, Erklärungen, Reporting im Konzernformat, ein fester Ansprechpartner, Antwort innerhalb von 24 Stunden, auf Englisch oder Französisch
  • Steuerberatung und Verrechnungspreise: Anwendung des DBA, Quellensteuern, Dokumentation, Verteidigung bei Betriebsprüfungen
  • Abschlussprüfung und Audit der Tochtergesellschaft, direkter Dialog mit Ihrem Wirtschaftsprüfer in Deutschland; MGI-Worldwide-Netzwerk in Deutschland vertreten
  • Transaktionen: Erwerb einer tunesischen Gesellschaft, Joint Venture, Bewertung, Due Diligence, Kapitalbeschaffung

Häufige Fragen deutscher Unternehmen

Muss ich zur Gründung nach Tunesien reisen?

In den meisten Fällen nicht: Die Formalitäten kann ein Bevollmächtigter mit beglaubigter oder apostillierter Vollmacht erledigen; die Kommunikation erfolgt auf Englisch oder Französisch in nahezu gleicher Zeitzone. Ein Besuch bleibt für Standortwahl und Einstellungen sinnvoll.

Kann eine tunesische Gesellschaft in Euro fakturieren?

Eine ansässige Gesellschaft fakturiert auf dem lokalen Markt grundsätzlich in Dinar; Exporte von Waren und Dienstleistungen werden in Devisen fakturiert, und Deviseneinnahmen unterliegen dem Devisenrecht. Vollständig exportierende Gesellschaften genießen ein besonderes Regime. Wir richten Fakturierung und Konten entsprechend ein.

Können Dividenden problemlos nach Deutschland transferiert werden?

Ja, wenn die ursprüngliche Investition in Devisen über eine tunesische Bank finanziert und ordnungsgemäß dokumentiert wurde, und nach Zahlung der durch das DBA reduzierten Quellensteuer. Genau dieses Dossier bauen wir ab Gründung auf.

Welches Reporting für die deutsche Zentrale?

Tunesischer Jahresabschluss nach lokalen Standards, dazu ein monatliches oder vierteljährliches Reporting in Ihrem Format (HGB-Kontenrahmen, Konsolidierungspaket, IFRS) und ein Abschlussgespräch mit Ihrer Finanzabteilung auf Englisch.

Wie starten wir?

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben (Tätigkeit, geplanter Personalbestand, Kunden, Zeitplan) über unser Angebotsformular; ein Partner antwortet innerhalb von 24 Stunden auf Englisch für ein erstes kostenloses und vertrauliches Gespräch.

Informationsleitfaden von MGI BFC, Kanzlei, eingetragen bei der tunesischen Wirtschaftsprüferkammer (OECT) und Mitglied von MGI Worldwide. Regime, Sätze und Schwellenwerte ändern sich mit den Finanzgesetzen und den Rundschreiben der Zentralbank: Jede Situation wird einzeln geprüft.

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